Strohboid in Stübing - Holzgitterschale & Strohballen

Written by Sunday, 03 December 2017
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Nachdem alle Teile eingemessen und vorgebogen waren, ging es an den Aufbau der Gitterschale. 

Die Holzstäbe der Gitterschale bestehen aus drei Segmenten mit einer Gesamtlänge von 12-14 m: ein stark gebogenes Mittelteil und zwei leicht gekrümmte Seiten. Die einzelnen Segmente sind mit vorgekrümmten Stoßbrettchen verbunden, die mit sechs Schrauben (6 x 55mm) auf jeder Seite vom Stoß fixiert werden.


Die Knotenpunkte sind ebenfalls mit Schrauben fixiert. Zuerst hält nur eine mittige Schraube den Knoten in Position.

Später, wenn die Gitterschale fertig ausgerichtet ist, wird der Knoten mit zwei weiteren Schrauben verstärkt.

Alle Verbindungen sind von außen geschraubt, sodass im Inneren keine Verbindungsmittel sichtbar sind.

Beim Aufstellen der Gitterschalen sollten zwei verschiedene Arbeitsweisen getestet werden. Da die untere Gitterschale ohne Gerüstturm aufgestellt werden sollte, wurden die beiden Seitenteile im Ganzen angebracht und als Halterung für das Gerüst genutzt. Die Geometrie der Mittelstücke hatte sich bei der Lagerung teils stark zurückgebogen, sodass die Geometrie nicht übereinstimmte.

So musste jede einzelne Latte sehr aufwendig mit Schraubzwingen und Spanngurten in Position gebracht werden.




Die Gitterschale besteht bisher aus Rauten. Um eine stabile Gitterschale zu erzeugen, muss diese aus Dreiecken bestehen. Horizontale Holzlatten übernehmen die Aussteifung und dienen als Auflagefläche für die Strohballen.

Jede Lage Strohballen wird mit einer Holzlatte fixiert. Dafür wird sie mit Schraubzwingen ver­presst und am Holzgitter verschraubt.

Um die Strohballen der Geometrie des Strohboid anzupassen, mussten vier Reihen Strohballen beschnitten werden. Eine 8 m lange Schablone aus Baubohlen diente als Führungsschiene.

Zum Beschneiden wird ein sogenannter Alligator verwendet, eine elektrische Fuchsschwanzsäge, die eigentlich zum Schneiden von Porenbeton- steinen gedacht ist. Durch ihre doppelte, gegenläufige Schneide zieht sie das Stroh nicht aus dem Ballen, was zu Verstopfung der Maschine führen würde.

Insgesamt wurde eine Woche zur Verlegung der Strohballen benötigt. Insbesondere das Niederzwingen der Holzlatten war sehr zeitaufwendig.

Da der Prototyp in Stübing nicht mit Lehm verputzt wurde, mussten keine Abstände für die Putz­ebene und Anschlussdetails berücksichtigt werden. Daher wurde das Stroh in der Konstruktion möglichst sichtbar gelassen, und die horizontalen Latten wurden in die Fugen zwischen den Strohballen gelegt.
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Last modified onMonday, 08 January 2018 18:34